Mitglieder der Allianz 'Gesunde Schweiz'

Im Rahmen der Swiss Public Health Conference vom 22.-23. November 2017 wird ĂŒber die Chancen und Risiken von Gesundheitsdaten diskutiert. Die personalisierte Medizin hat auch im Zusammenhang mit nichtĂŒbertragbaren Krankheiten NCD ein enormes Potential.

Von Corina Wirth, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Public Health Schweiz

Gesundheitsbezogene Daten gewinnen mit der Digitalisierung an Bedeutung: noch nie zuvor standen sie umfassender und aus zahlreicheren Quellen zur VerfĂŒgung. Klinische Daten aus SpitĂ€lern, genetische und biochemische Daten, oder von Individuen selbst erhobene Daten zu ihrem Lebensstil (Self-Tracking) ermöglichen im Sinne einer personalisierten Medizin eine zielgerichtete Behandlung und das Abweichen von Standardtherapien. Gleichzeitig spielen sie auch in der PrĂ€vention und FrĂŒherkennung eine wichtige Rolle.

Diese Personalisierung der Gesundheit kann auch gezielt fĂŒr die BekĂ€mpfung nichtĂŒbertragbarer Krankheiten (NCD) wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen genutzt werden. Erblich bedingte Risikofaktoren fĂŒr NCD können effizienter und zielgerichteter therapiert werden. Auch bei lebensstilbezogenen Risikofaktoren wie dem ĂŒbermĂ€ssigen Konsum von Tabak oder Alkohol, Bewegungsmangel oder einer ungesunden ErnĂ€hrung bietet die personalisierte Medizin ein grosses Potential. Beispielsweise können durch Self-Tracking die individuelle Gesundheitskompetenz erhöht oder durch die evidenzbasierte Entwicklung personalisierter ErnĂ€hrung Krankheiten wie Adipositas vermieden werden.

Die Wichtigkeit von Daten im Zusammenhang mit nichtĂŒbertragbaren Krankheiten ist von der Politik erkannt worden. So wird in der Nationalen Strategie zur PrĂ€vention nichtĂŒbertragbarer Krankheiten betont, dass die PrĂ€ventionspolitik in diesem Bereich ĂŒber fundierte wissenschaftliche Grundlagen verfĂŒgen muss. Die Allianz ,Gesunde Schweiz‘ trĂ€gt massgeblich zur Umsetzung der Strategie bei. Auch die ehealth-Strategie 2.0 wird eine bessere Abstimmung von PrĂ€vention und Behandlung im Bereich nichtĂŒbertragbare Krankheiten mittels gesundheitsbezogenen Daten fordern. Der Entwurf der Strategie befindet sich aktuell in Anhörung.


Die VerfĂŒgbarkeit von Daten im Gesundheitsbereich stellt jedoch Herausforderungen und Risiken dar – beispielsweise im Bereich des Datenschutzes. Zudem besteht auch bei der Aufbereitung und Bereitstellung der Daten sowie in der Harmonisierung des Zugangs Optimierungspotential. Nicht zuletzt stellen sich ethische Fragen. Es ist daher ausserordentlich wichtig, dass die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen breit diskutiert werden.


Aus diesem Grund widmet sich die diesjĂ€hrige Swiss Public Health Conference in Basel diesem wichtigen und hochaktuellen Thema. Die Konferenz wird gemeinsam von Public Health Schweiz und der Swiss School of Public Health (SSPH+) organisiert und greift jedes Jahr eine fĂŒr die öffentliche Gesundheit relevante Thematik auf. Wollen Sie mitdiskutieren? Es sind noch PlĂ€tze frei! Unter diesem Link können Sie sich anmelden.

Von Corina Wirth, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Public Health Schweiz



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