Mitglieder der Allianz 'Gesunde Schweiz'

Smooth Food, Mangelernährung im Alter, spezifische Ernährungskonzepte für Demenzabteilungen, gesundes Essen für Rüstige zu Hause: so heterogen die Altersgruppe 65+, so unterschiedlich sind auch deren Bedürfnisse, was das Essen angeht. Wir haben bei Experten nachgefragt und die Herausforderungen der «Seniorenernährung» etwas genauer betrachtet.

Unsere Gesellschaft wird immer älter und älter, sowohl die Zahl der rüstigen Senioren wie auch die der pflegebedürftigen alten Menschen steigt, bedingt durch das Altwerden der sogenannten Babyboomer-Generation. Medienberichte zeigen auf, dass bereits heute ein Fachkräftemangel auf den Pflegestationen in Altersheimen herrscht. Diese Herausforderung kann nur bewältigt werden, wenn es gelingt, dass ältere Menschen nicht oder erst später pflegebedürftig werden. Das Erhalten der Selbstständigkeit entspricht auch den Wünschen der Senioren. Die meisten möchten so lange wie möglich selbstständig und unabhängig zu Hause leben. Doch immer häufiger führen im hohen Lebensalter Appetitlosigkeit und ausbleibendes Durstgefühl zu einer Mangelernährung. Besonders kritisch ist die Eiweisszufuhr und mögliche Vitamin-D-, Folsäure- und Vitamin-B12-Mängel. Die Weltgesundheitsorganisation stuft mittlerweile Mangel-ernährung als grösste Bedrohung für die Volksgesundheit ein. Auch Schluckstörungen, die nicht zum normalen Alterungsprozess gehören, werden immer häufiger: Bei zu Hause lebenden älteren Menschen spricht man von ca. 30 bis 40 %, bei älteren Menschen in Heimen gar von 60 %. Besonders gefährdet sind Menschen mit Demenz oder auch solche, die einen Hirnschlag erlitten haben. Einsamkeit und fehlende Kontakte führen dazu, dass die Portionen kleiner ausfallen. Um dem entgegenzuwirken, muss man die soziale Isolation verringern und aktiv Leute treffen. Hier können Quartiertreffpunkte, die Mitgliedschaft in einem Verein oder soziale Projekte wie zum Beispiel die Mittagstische von Pro Senectute oder kirchlichen Organisationen helfen. Ebenfalls wichtig ist Bewegung: Spezifische Tanzprogramme, zum Beispiel die Dalcroze-Rhythmik, helfen, die Gangsicherheit zu erhöhen, ein allfälliges Sturzrisiko zu vermindern und so zu gewährleisten, dass Senioren länger selbstständig zu Hause leben können. Dazu Prof. Dr. med. Reto W. Kressig, Ärztlicher Direktor Universitäre Altersmedizin am Felix Platter-Spital in Basel: «Schon ein sechsmonatiges Rhythmik-Training erhöht die Gangsicherheit, und das Sturzrisiko von Senioren sinkt um 50 %.»

Mehr zum Thema Ernährung im Alter in der aktuellen Ausgabe von tabula. Erhältlich unter http://www.sge-ssn.ch/ausgaben/.



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